Schreibtagebuch No. 6
Vom Dokumentieren des Schreibens und unzähligen Projekten - aber wenigstens gab es Erkenntnisse
Manchmal bin ich wirklich am Überlegen, was ich hier tue und was ich schreibe und wie viele Projekte ich eigentlich habe.
Und dann bin ich eigentlich ganz zufrieden.
Auch wenn ich für manche Sachen viel mehr Zeit brauche, als ich veranschlagt habe oder grundsätzlich eigentlich für gut befinde.
In den letzten Wochen habe ich immer wieder dokumentiert, wie viel und wie oft ich schreibe, welche Lücken mir dabei aufgefallen sind und wie ich versuche, diese Lücken zu korrigieren.
Interessanterweise funktioniert für mich der Mechanismus, jeden Tag 20 bis 30 Minuten an meinen Projekten zu arbeiten, ziemlich gut. Klar geht mehr. Manchmal passt es auch.
Allgemein jedoch, wer will raten? Richtig, Alltag und so. Da kommt dann einiges dazu und dazwischen. Schauen wir uns den Prozess einmal etwas genauer an.
Der Rückblick
Meinen letzten Tagebucheinblick ins Schreiben habe ich am 21.01. gegeben.
In der Zeit ist schon viel Wasser den Fluss hinuntergelaufen und sind jede Menge Buchstaben in Notizbuch und PC gewandert.
Bei so ziemlich allen meinen Projekten hat es Fortschritte gegeben. Wie ich oben schon beschrieb, habe ich einiges davon dokumentiert, anderes kann ich jetzt hier kurz erwähnen.
“Fundamente der Macht” hat inzwischen fünf Frauen und ihre Welt, die sie geformt hat – hier kommen noch einige sehr spannende Persönlichkeiten und die Bedingungen, die sie dazu gemacht haben, auf uns zu.
Ich habe die Reihe “Zauber unserer Hände” gestartet, in der es darum geht, wie wir unser Denken und unsere Kreativität entwickelt haben und was daran linear oder auch nicht linear war. Dabei reisen wir einmal quer um den Erdball und schauen uns an, was unsere Vorfahren so alles geleistet haben und wie weit wir bezüglich Denken, Kreativität, Selbstwahrnehmung und vieler weiterer Aspekte in der Zeit zurückkommen.
In meinen Notizbüchern stehen inzwischen so einige Texte zu verschiedensten Themen - darunter Projekt Almanach, Projekt Ghostwalker und alltägliche Begegnungen. Aus welchen dann ein Text für Substack wird, muss sich noch entscheiden, aber das eine oder andere wird definitiv kommen.
Ich habe seither auch eine Art Zettelkasten gestartet, den ich sowohl digital als auch wirklich mit Karteikarten pflege. Er wächst und gedeiht und hat schon einige Einträge, die mir tatsächlich das ein oder andere Mal geholfen haben, einen Gedanken in bessere Worte zu fassen.
Das Ganze ist aus dem eingangs beschriebenen Dokumentieren und Überlegen, wohin ich mich eigentlich bewegen möchte, entstanden. Und hat einige interessante Erkenntnisse gebracht.
Also schauen wir uns an ...
... was ich dabei festgestellt habe?
Im Grunde genommen kann man das in folgende Punkte zusammenfassen:
Ich habe beim Schreiben erkannt, wo mein Worldbuilding noch Lücken hat, beziehungsweise es nicht ausgereift ist.
Ich habe erkannt, wo bei belletristischen Texten die Charaktere noch zu flach sind.
Ich konnte sehen, wo ich zu viele Hintergrundinformationen gebe und wo zu wenige.
Wenn ich Texte aus dem Leben gegriffen schreibe, scheitere ich gern mal an einer Chronologie. Ist vielleicht nicht zwingend notwendig, aber in meinem Kopf muss das passen.
Kapitel in Form von Outlines zu schreiben und diese einzelnen Beats dann zu füllen, ist für mich der richtige Modus operandi. Die Szenen wachsen schneller, die Kapitel lassen sich gut zusammenbauen und flexibel schreiben (ich nehme mir immer einen Beat und formuliere ihn aus
Und nun?
Weil es nicht sinnvoll ist, sich Dinge anzuschauen und Lücken aufzudecken, ohne mit diesen zu arbeiten und sie zu beseitigen oder zu verbessern, erfolgt daraus logischerweise eine Konsequenz:
Belletristische Texte, die nicht direkt mit Erzählschmiede-Challenges zusammenhängen, werden etwas mehr Zeit in der Werkstatt verbringen, bevor ich sie veröffentliche. Das soll dazu führen, dass ich nicht permanent unter Zeitdruck gerate und sie so sauber wie möglich geschrieben und überarbeitet bekomme.
Der “Zauber unserer Hände” wird genauso wie “Fundamente der Macht” wie gewohnt weitergehen, jeweils einmal im Monat. Da kommen auch noch sehr spannende Persönlichkeiten und Orte auf uns zu.
Aktuell überlege ich, einen weiteren Substack zu eröffnen, wo ich über alltägliche Themen und “Begegnungen”, die bei mir Eindruck hinterlassen haben, schreiben werde. Dazu zählen dann auch Beiträge zum Thema Kind, Autismus und die Hürden. Verbunden damit, wie ich als Autist mit solchen Sachen umgehe. So die Idee.
Was kommt als Nächstes?
Oder auch: der Ausblick!
Diese Woche kommt Teil IV von “Zauber unsere Hände”. Wir bleiben weiterhin in Frankreich, allerdings hier erstmal das letzte Mal.
Wir schauen uns Chauvet an.
Hier habe ich einen anderen Ansatz gewählt und versuche, einen roten Faden zwischen dieser Höhle und den letzten beiden zu ziehen.
Ende des Monats kommt nach der Pause im Juni der nächste Teil zu “Fundamente der Macht”. Wie immer mit Dagmar Wienböker und ihren “Frauen der Macht”.
Zusätzlich arbeite ich an einem Gastbeitrag für “Zwischen Wurzeln und Flügeln”.
Belletristisch arbeite ich am nächsten Kapitel für Krachfuß, den ihr ja zu mögen scheint (falls ihr noch wisst, wer das ist und was der Kerl eigentlich so alles macht). Außerdem arbeite ich an der nächsten Geschichte vom Almanach und der Folgegeschichte für den Ghostwalker.
Im Almanach begleiten wir Nim, die sich nach der ersten Geschichte von Ruphart gelöst hat, um in ihre Heimatstadt zurückzukehren und dort wieder ihren Aufgaben als Schwarmführerin nachzugehen.
Der Ghostwalker bekommt es mit einem Gefängnis der speziellen Art zu tun, während er weiterhin nach Harry sucht. Der Typ, der in der ersten Geschichte das Lieblingscafé von John auseinandergenommen hatte. Immerhin versucht unser Anti-Held herauszufinden, woher die Droge kommt und will unbedingt Harry aus dem Verkehr ziehen. Ob ihm das gelingt und was er dabei in Schutz und Asche legt, werdet ihr alsbald sehen/lesen.
Ganz zuletzt, aber deshalb nicht unwichtiger, habe ich auch noch einiges an Content für meine “Buy Me A Coffee”-Seite geplant. Für meinen einzigen aktuellen Supporter :)
Fazit
Und da jeder gute Text mit einem Fazit endet, folgt selbiges hier:
Schreiben zwischen Kind und Kegel ist eine Herausforderung.
Schreiben an Dutzenden Projekten parallel, gleichzeitig hintereinander oder wie auch immer, setzt dieser Herausforderung nicht nur eine Krone auf, sondern gerne auch mal zwei oder drei. Das könnte ich reduzieren, will ich aber nicht. Noch nicht. Mein Kopf sagt mir sonst den Kampf an. Da ist es energiesparender, einfach zu machen :)
Nichtsdestotrotz macht Schreiben Spaß, ist ein Ausgleich und lässt mich meine Welten so bauen und meine Themen so bearbeiten, wie ich das möchte.
Was aus alldem erwächst?
Wer weiß!
Danke fürs Lesen!
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Ich denke mir immer Wahnsinn – so viele Projekte, so eine Vielfalt. Und ja einfach weiter schreiben ✍️… das fügt sich.